Radmitte bis Kotflügel messen – Anleitung für Fahrwerk & Tieferlegung
Radmitte bis Kotflügel messen: Fahrzeughöhe richtig bestimmen
Wer eine Tieferlegung, ein Gewindefahrwerk oder unterschiedliche Fahrwerkseinstellungen vergleichen möchte, braucht einen festen und wiederholbaren Messpunkt. Dafür wird häufig der Abstand von der Radmitte bis zur Kotflügelkante verwendet.
Hier erfährst du, wie die Messung funktioniert, welche Fehler Messwerte verfälschen können und warum die Radmitte als Bezugspunkt sinnvoll ist.
Was bedeutet Radmitte–Kotflügel-Maß?
Gemessen wird von der geometrischen Mitte des Rades bis zu einem eindeutig festgelegten Punkt an der Kotflügelkante beziehungsweise Radlaufkante. Der Messwert kann für jedes Rad einzeln dokumentiert werden. Dadurch lassen sich links/rechts, Vorder-/Hinterachse und Veränderungen vor und nach einer Fahrwerkseinstellung vergleichen.
Warum von der Radmitte und nicht vom Boden messen?
Bei einer Messung vom Boden bis zum Kotflügel fließt der Reifenaußendurchmesser direkt in den Messwert ein. Beim Bezug auf die Radmitte wird dieser Einfluss reduziert. Reifendruck, Fahrzeugbeladung, Untergrund und die exakte Wahl des Messpunkts können Vergleichsmessungen trotzdem beeinflussen und sollten möglichst konstant gehalten werden.
Radmitte bis Kotflügel richtig messen – Schritt für Schritt
- Fahrzeug auf eine ebene, feste Fläche stellen.
- Reifendruck prüfen und einen reproduzierbaren Beladungszustand herstellen.
- Die Radmitte möglichst exakt bestimmen.
- Am Radlauf einen eindeutigen Messpunkt festlegen.
- Abstand zwischen Radmitte und diesem Punkt messen.
- Wert für VL, VR, HL und HR getrennt notieren.
- Zur Kontrolle jede Messung wiederholen.
Gewindefahrwerk und Tieferlegung messen
Vor einer Änderung wird an allen vier Radpositionen ein Ausgangswert aufgenommen. Nach der Einstellung des Fahrwerks wird unter möglichst gleichen Bedingungen erneut gemessen. Die Differenz der Werte zeigt die Veränderung an der jeweiligen Radposition. Die Einstellung selbst muss nach den Vorgaben des Fahrwerkherstellers erfolgen.
Typische Messfehler
- Radmitte nur nach Augenmaß bestimmen
- links und rechts unterschiedliche Punkte an der Kotflügelkante verwenden
- auf unebenem Untergrund messen
- unterschiedliche Beladungszustände vergleichen
- unterschiedlichen Reifendruck nicht berücksichtigen
- Messwerte nur einmal aufnehmen
Radmitte einfacher reproduzierbar bestimmen
Genau dafür gibt es unser Radmitte–Kotflügel-Messwerkzeug. Statt die Radmitte bei jeder Messung erneut nach Augenmaß zu suchen, schafft das Werkzeug einen definierten Bezugspunkt. Es ist aktuell für die Lochkreise 4×100, 5×100, 5×108, 5×112, 5×114,3, 5×120 und 5×130 sowie für 17-, 19- und 21-mm-Radschraubenköpfe erhältlich.
Radmitte–Kotflügel und TÜV
Das Maß eignet sich sehr gut zur eigenen Dokumentation und für Vergleichsmessungen. Welche Messmethode bei einer technischen Prüfung oder für konkrete Auflagen maßgeblich ist, richtet sich jedoch nach dem jeweiligen Prüfverfahren und den Vorgaben des Prüfers. Das Messwerkzeug ist kein amtliches Prüfmittel.
Häufige Fragen
Wie finde ich die genaue Radmitte?
Die Mitte muss geometrisch möglichst sauber bestimmt werden. Eine feste Lehre beziehungsweise ein geeignetes Messwerkzeug erleichtert es, denselben Bezugspunkt bei mehreren Messungen wiederzufinden.
Beeinflusst die Felgengröße das Radmitte–Kotflügel-Maß?
Der Ausgangspunkt ist die Radmitte und nicht der Felgenrand. Für die Verwendung einer Lehre müssen Lochkreis, Radschraubenkopf und die Platzverhältnisse der Felge trotzdem passen.
Kann ich links und rechts unterschiedliche Werte haben?
Ja. Deshalb sollten die vier Radpositionen einzeln gemessen und dokumentiert werden. Unterschiede können verschiedene Ursachen haben; der Messwert allein diagnostiziert keine Ursache.
Wie genau sollte ich messen?
Entscheidend ist neben der Auflösung des Messmittels vor allem ein gleichbleibender Messablauf. Für Vergleichsmessungen sollten Bezugspunkt, Untergrund und Fahrzeugzustand möglichst identisch sein.
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